Vor mehreren Jahrzehnten — die Stunde, in der Percy zum ersten Mal hinter ihren Stuhl trat.
Die Familie hatte ihm am Morgen den Frack zurechtgelegt. Onkel Septimus richtete das Monokel persönlich, sagte zwei Sätze über Schicklichkeit und einen über die Pflicht und schickte ihn die kalten Treppen hinauf in den Westflügel.
Er war nicht enttäuscht. Er war zugewiesen. Eine junge Beamtin im Warenwesen, kaum gefragt, kein Hofname, kein Salon – dafür aber große Ambitionen und ein gestochen scharfer Verstand. Andere Ashwood-Küken bekamen damals Posten bei den zentralen Häusern der Rith'kar, bei Hofgenerälen, bei Schreiber:innen, die selbst Räte berieten. Percy bekam Lady Elara Vance, die in einem Vorzimmer mit zwei Schreibtischen arbeitete.
Sie sah nicht auf, als er eintrat. Sie schrieb. Lange. Er stand. Auch lange.
Schließlich legte sie die Feder beiseite, drehte einen Logistikbericht um, hielt ihn ihm hin und deutete mit dem Finger auf eine Zeile in der Mitte. „Sehen Sie das?" Er sah sofort die falsch gebildete Summe.
Er sah auch, dass sie es ebenfalls längst gesehen hatte. Er fragte nicht, warum sie ihm das zeigte. Wortlos ging in die kleine Teeküche, die zu ihrem Vorzimmer gehörte, kochte Wasser auf einer Eisenplatte, fand ein passendes Teeservice in einem Schrank, den niemand seit Jahren geöffnet hatte, brachte ihr eine Tasse Schwarzen Tee mit einem Tropfen Honig und stellte sie genau in den Winkel ihres Schreibtischs, der ihren Schreibarm nicht störte.
Sie trank. Sie sah ihn dabei zum ersten Mal musternd an. Es war nicht die Anerkennung einer Vorgesetzten. Es war die Anerkennung eines Gegenübers, das gerade festgestellt hatte, dass es nicht mehr allein war.
Percy verbeugte sich. Lady Elara nickte den Hauch eines Nickens. Damit war es entschieden.
Über die folgenden Jahrzehnte würde sie zur Logistik-Ministerin aufsteigen, ihn überallhin mitnehmen, ihn in der Hand der Familie Rith'kar verankern, ohne ihn je darauf festzunageln.